Zwei Traditionsvereine im Derby

Zwei Traditionsvereine im Derby

Plaidt. Am kommenden Sonntag stehen sich um 15 Uhr die DJK Plaidt und der FC Plaidt in der ersten Runde des Bitburger Fußball-Kreispokals für A/B-Liga gegenüber.

Dass sich beide Teams in einem Pflichtspiel gegenüberstanden, ist schon 41 Jahre her. Beide Vereine spielten in den 70er-Jahren einige Zeit zusammen in der Bezirksliga Rheinland Mitte. Höhepunkt war hier ein Meisterschaftsspiel in der Saison 1974/1975, als sich die beiden Mannschaften vor 800 Zuschauern ein tolles Derby lieferten, das die Alemannen am Ende knapp mit 2:1 für sich entschieden. Zwei Jahre später standen sich die beiden Kontrahenten in einem Rheinlandligapokalspiel erneut gegenüber. Auch dabei erlebten die Zuschauer ein packendes und spannendes Lokalduell erster Klasse. Der 3:1-Erfolg des FC Plaidt kam erst in der Verlängerung zustande, wobei die DJK-Adler lange Zeit mit 1:0 führten und wie der sichere Sieger aussahen. Auf beiden Seiten waren Spieler im Einsatz, die in der Plaidter Fußballszene heute noch ein Begriff sind, ,icht zu vergessen der legendäre DJK-Coach Herbert Mürtz, der später auch den FC Plaidt trainierte und über viele Jahre hinweg den Plaidter Fußball mitprägte.

Diese Zeiten sind vorbei, und es steht eine völlig andere Fußballergeneration auf dem Platz, beobachtet von nur wenigen Zuschauern. Das kommende Derby zwischen den beiden Traditionsvereinen ist daher ein willkommener Anlass, um wieder einmal das Interesse der
Fußballanhänger aus Plaidt und Umgebung zu wecken.

„Unser Ziel ist es jedes Spiel zu gewinnen. Fakt ist es aber auch, dass wir unsere Chancen in dieser Begegnung sehr gut einschätzen können. Definitiv spielen wir gegen einen Bezirksligisten und nicht gegen einen klassischen A-Ligisten“, ist sich DJK-Trainer Andreas Samson im Klaren, der auf eine durchwachsene Vorbereitungszeit blickt, da immer wieder Spieler urlaubsbedingt fehlten. Fehlen werden auch gegen den
Lokalrivalen wichtige Akteure. Mit Spielführer Dominik Mürtz, Christian Dewald, Oliver Beißel und Samuel Meyer fallen vier Leistungsträger aus. „Wir haben nichts zu verlieren, und so gehen wir die Sache auch an“, unterstreicht Samson, der der individuellen und spielerischen Überlegenheit des Gegners mit Kampfkraft, Moral und Taktik begegnen will. „Taktisch werden wir an dem einen oder anderen Rad drehen. Wir werden auf keinen Fall Blumensträuße verteilen. Ob das Ganze aufgeht, wird sich nach dem Spiel zeigen.“

Im Lager der Alemannen hatte Trainer Thomas Esch in der Vorbereitungszeit die gleichen Sorgen wie sein DJK-Kollege Samson. Auch hier war der Trainingsbesuch urlaubsbedingt nicht zufriedenstellend. „Es werden einige Spieler nicht topfit sein, aber trotzdem wird eine schlagkräftige Mannschaft auf dem Platz stehen“, kündigt Esch an und fährt fort: „Vor dem Saisonauftakt gegen Dernau ist diese Begegnung das erste schwere Spiel unter Wettkampfbedingungen und eine willkommene Standortbestimmung.“ Esch weiß auch, dass mit einem starken Gegner zu rechnen ist, der nicht unterschätzt werden darf. „Die Begegnung wird emotional geladen sein, und die DJK-Elf wird alles versuchen, uns ein Bein zustellen“, warnt der FC-Coach und konzentriert sich auf das Wesentliche: „Meine Mannschaft freut sich auf das Derby und ist zu 100 Prozent motiviert. Wir sind in der Favoritenrolle und wissen um die Bedeutung der Partie.“

Bericht von Walter Mürtz