Andreas Samson im Sommer-Interview

Andreas Samson im Sommer-Interview

 

 

Andreas „Andi“ Samson trainiert seit Sommer 2015 die erste DJK-Fußballmannschaft und steht unmittelbar vor seiner fünften Spielzeit in der Kreisliga B Mayen. Im Interview mit www.djkplaidt.de steht Samson Rede und Antwort. Dabei nimmt der Inhaber der Trainer-B-Lizenz kein Blatt vor den Mund. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen:

 

„Herzblut für den Verein“, dies war dein Leitspruch als du 2015 als Senioren-Trainer angefangen hast. Wie würde dein aktueller Slogan lauten?

Wenn ich recht überlege würde ich diesen Leitspruch grundsätzlich wieder wählen. Es hat sich jedoch in den letzten Jahren einiges in diese Richtung verändert. Spieler, Trainer, Vorstand und „Fans“ gehen diesem Slogan zum Großteil nach. Aktuell würde ich ihn ergänzen mit „Der Weg ist das Ziel“. Klingt nach einer Floskel für ein Phrasenschwein. Fakt ist das gewisse Dinge einfach Zeit und Geduld benötigen.

 

Werfen wir zunächst einen Blick zurück. Vor ziemlich genau 10 Jahren bist du zur DJK Plaidt gewechselt. Kannst du dich noch an deine ersten Spiele im Adlerdress erinnern?

Um ehrlich zu sein, Nein. Viele alte Mitspieler, etc. sind in Erinnerung geblieben. Aber bei den ersten Spielen muss ich passen.

 

 

Rückblickend auf die letzten 10 Jahre, was waren deine Highlights sowohl im positiven als auch im negativen Sinne?

Wow, das ist nie so einfach, da wir in den letzten Jahren viele positiven Dinge erlebt haben. Diese überwiegen deutlich mehr als die negativen Highlights.

Negativ: Sicherlich der ein oder andere Abgang. Grundsätzlich empfinde ich persönlich den Tod von meinem/unserem Co-Trainer Ingo Busch (als Spieler und Trainer) als schlimmstes und gleichzeitig negativstes Erlebnis in den letzten Jahren. Er hatte maßgeblichen Anteil an unserer Entwicklung aufgrund seiner Art. Diesen Geist sollten und dürfen die Verantwortlichen und mitwirkenden Personen nicht vergessen!

Aber es gab sicherlich viele positive Highlights: Aufstiege mit 1ter und 2ter Mannschaft, die jährlichen Weihnachtsfeiern, Mannschaftstouren, Aufstieg mit der Jugend in die Bezirksliga, die Eröffnung des neuen Platzes, usw. usw.!

 

Im Sommer 2015 erfolgte dann der nächste Schritt und du wurdest zum Cheftrainer befördert, mit gerade einmal 28 Jahren. Würdest du diesen Schritt nochmal gehen und was sind die Vorteile als junger Coach?

Ja, ich würde diesen Schritt wieder gehen. Einer der Vorteile ist sicherlich das man sich selbst noch sehr gut in die Spieler hinein versetzen kann. Man fühlt mit den Jungs. Bei Siegen, bei Niederlagen, bei Verletzungen, usw. usw.!

 

 

Die Saison 2018/2019 war die Beste seit deiner Übernahme der ersten Mannschaft. Wie bewertest du die abgelaufene Spielzeit?

Das würde im Detail den Rahmen sprengen. Schaut man lediglich auf die Tabelle so ist das nachweislich die beste Saison. Spielerisch haben wir jedoch oft einiges vermissen lassen und gleichzeitig zu einfach Gegentreffer hingenommen. Hier hätte in der Tabelle dann sogar noch mehr gehen können. Unterm Strich sollten wir mit dieser Saison dennoch zufrieden sein und darauf aufbauen.

 

Mit dem SCC Saffig ist ein sympathisches Team aufgestiegen. Nur eine Mannschaft (SG Mendig II) hat vor der Saison die Saffiger als Favorit angegeben. Hast du mit dieser starken Saison der Kossmann-Elf gerechnet?

Mein Favorit war ganz klar Maifeld. Saffig spielte überwiegend tollen Fussball und hat in meinen Augen eine super Truppe beisammen. Den ersten 12, 13, 14 Spieler ist definitiv eine solch starke Saison zuzutrauen. Saffig ist eingespielt und blieb weitestgehend vom Verletzungspech verschont. Wenn du dann einmal einen Lauf hast und alle Mann sind an Bord sind, entwickelt sich ein Spirit und du gewinnst auch mal die knappen Dinger. Kompliment jedenfalls an den SCC für diese bärenstarke Saison.

 

Die SG Maifeld hätte den Aufstieg sicherlich ebenfalls verdient gehabt, scheiterte aber knapp gegen Inter Sinzig. Nun wird Maifeld sicherlich als einer der Titelanwärter in die neue Saison starten. Welche Teams werden wohl noch ganz oben mitmischen?

SG Maifeld wird sicherlich einen neuen Anlauf starten. Gleichzeitig zähle ich die SG Mosel Löf und die DJK Kruft Kretz als Absteiger natürlich zum Favoritenkreis, ebenso wie die SG Niederzissen.

Wir werden uns jedoch vor keinem dieser Teams verstecken und möchten so lange es geht ein Wörtchen mitreden. Ich möchte keine falschen Erwartungen schüren, aber wir geben intern nicht das Ziel Platz 7 aus.

 

 

Die Kreisliga B Mayen wird sich im Gegensatz zu den Vorjahren stark verändern. DJK Kruft/Kretz, SG Mosel Löf, SG Urmersbach, SV Ruitsch, SV Alzheim, so werden wahrscheinlich die Gegner in der neuen Spielzeit heißen. Wie bewertest du dies und auf welche der kommenden Saisonspiele freust du dich besonders?

Ich finde solch Veränderungen nicht schlecht. Auch wenn es die gleiche Klasse für uns geblieben ist haben wir frischen Wind in der neuen Spielzeit.

Dabei möchte ich kein Spiel speziell hervorheben. Zunächst freue ich mich auf die 1. Runde im Kreispokal und hoffe auf einen attraktiven Gegner. Die letzten Jahre sind wir hier immer sehr früh ausgeschieden. Das erste Ziel unserer Mannschaft sollte daher das Erreichen der 2ten Runde sein.

 

Wir haben bereits im Winter ein ausführliches Interview geführt. Damals drohte ein größerer Umbruch innerhalb der Mannschaft, weil einige Routiniers kürzertreten wollten. Wie sieht es aktuell mit der Kaderplanung aus?

Das stimmt. Im Herbst / Winter habe ich mir im Hinblick auf die Kadergestaltung oft und lange den Kopf zerbrochen. In Rücksprache mit einem kleinen Personenkreis sind wir diese Sache dann mit Sinn und Verstand angegangen und konnten die Kaderplanung Woche für Woche vorantreiben. Gerade in dieser Phase war es schön zu sehen wie diese „Berater“ mir mit Einsatz, Interesse und Hilfe zur Seite standen.

Die Kaderplanung ist deshalb entsprechend frühzeitig abgeschlossen worden. Wir haben noch 1-2 Spieler welche kommen könnten, sind jedoch mit dem jetzigen Kader mehr als zufrieden. Die Routiniers (Ausnahme Marcel Kropf und Jens Schommer – beide Alte Herren DJK) bleiben allesamt an Bord. 3 bis 4 Spieler werden wir aufgrund unterschiedlichster Gründe an die 2. Mannschaft übergeben, damit die Jungs dort Spielpraxis sammeln können.

Diese Lücken konnten wir mit zahlreichen Neuzugängen schließen, sodass wir uns in der Quantität und Qualität in meinen Augen verbessert haben. Weitere Infos dazu folgen zeitnah!

 

Hand aufs Herz: Wie gut ist die aktuelle Mannschaft und was traust du dem Team zu?

Ich bin von meinem Team absolut überzeugt. Wenn alle mitziehen und wir vom Verletzungspech verschont bleiben traue ich uns sehr viel zu. Anspruch und Wirklichkeit dürfen allerdings ebenso wie Aufwand und Ertrag nicht aus den Augen verloren werden. Wir müssen ruhig und besonnen an die Sache ran gehen und sollten uns nicht unter Druck setzen.

 

 

Wann beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison und wie sieht der Ablauf bis zum ersten Pflichtspiel im Kreispokal aus?

Die Vorbereitung startet am Montag, 01. Juli 2019. Wir werden wie in den letzten Jahren üblich 3 + 1 trainieren/spielen und bis zu 6 Testspiele bestreiten.

Neben einer gemeinsamen Saisoneröffnung am 06. Juli mit der Zwoten, den Alten Herren und allen Freunden der DJK, wird es zudem am 26./27. Juli ein kleines Blitzturnier am Pommerhof geben (DJK Plaidt, SG Eich I, SG Andernach II, SG Mendig II).

Ebenfalls steht Richtung Ende der Vorbereitung unsere alljährliche Sommerwanderung an. Spätestens dann sollten die neuen Spieler integriert sein.

 

Die DJK hat sich nicht nur sportlich, sondern auch in vielen anderen Bereichen weiterentwickelt. Die Ausrüstung der Spieler ist vorzeigenswert und die Außendarstellung der Fußballabteilung ist sehr gut. Wo siehst du noch das größte Steigerungspotenzial?

Das ist eine Frage bei der man sich mit seiner Antwort unter Umständen keine Freunde macht.

Die Jugenarbeit muss verbessert angegangen werden. Hier wurde sich zu lange auf vorhandener Quantität ausgeruht. Diese Baustelle gilt es zu beheben, bzw. die Weichen zumindest anders zu stellen als in den letzten 3 bis 4 Jahren.

Ich gehe d’accord bei der Ausrüstung und der Außendarstellung. Mir fehlt jedoch bei vielen Punkten der letzte Funke. Die Heimspiele sind mir zu wenig im Fokus des Vereins. Diese werden mir zu lapidar abgehalten. Eigentlich sollten gerade diese wenigen Spiele im Jahr mit die Highlights des Vereins sein. Es ist eine Mammut Aufgabe aber die DJK sollte das Ziel haben trotz B-Klasse die Zuschauer an den Pommerhof zu ziehen. Hier ist in meinen Augen sehr viel Luft nach oben.

 

 

Im September soll das neue Umkleidegebäude fertiggestellt werden. Die Planung eines Vereinsheims am Sportplatz laufen parallel dazu. Was versprichst du dir von den neuen Räumlichkeiten?

Ich verspreche mir sehr viel davon. Aktuell sind wir ein wenig „Heimatlos“. Kein richtiger Rückzugsort für die Jungs. Eingeschränkte Umkleidemöglichkeiten für die Spieler, eingeschränkte Lagerungsmöglichkeiten für den Verein. Das ganze zehrt allmählich an den Nerven und es wird Zeit das wir wieder die vorhanden Räumlichkeiten nutzen können.

Ein Vereinsheim parallel dazu ist hierbei ein weiterer Baustein. Kreisliga heißt nun mal auch Geselligkeit und Kameradschaft. Dies geht nur mit entsprechenden Möglichkeiten sich als Team auch mal in Ruhe über alltägliches bei einem „Bierchen“ danach auszutauschen. Die Jungs in den Kreisligen kicken nicht für Geld oder SportBild Seite 1. Sie kicken weil Sie mit gleichgesinnten Spaß und Freude auf und neben dem Platz haben möchten.

 

Der Zusammenhalt der beiden Seniorenteams wird in der kommenden Saison ausschlaggebend dafür sein, ob die gesetzten Ziele erreicht werden. Bei der Zwoten geht es nach dem erneuten Aufstieg in die C-Klasse sicherlich erstmal nur um den Klassenerhalt. Wie bewertest du die Zusammenarbeit innerhalb des Vereins?

Diese Zusammenarbeit war in den letzten Jahren in meinen Augen schon immer hervorragend. Nicht ohne Grund geben wir wie bereits erwähnt einige Spieler „runter“ in die 2. Mannschaft. Dadurch wird automatisch die Quantität und Qualität der Zwoten angehoben. Es darf aber keine Einbahnstraße werden. Beide Teams müssen sich weiterhin so gut es geht unterstützen. Darauf werden wir seitens Trainerteam sicherlich achten.

 

 

Du zählst mittlerweile zu den dienst-ältesten Trainern in der B-Klasse. Für einen Kreisliga-Coach investierst du enorm viel Arbeit in die Weiterentwicklung der Mannschaft. Was ist dein Antrieb und wie hältst du die eigene Motivation hoch?

Das Feedback von Spielern, die Beteiligung der Spieler bei den Einheiten, die Zusprüche von außen, die sportliche Entwicklung der Mannschaft, das Umfeld und das Vertrauen in meine Person halten meine Motivation hoch. Ebenso habe ich mit dem Abschluss der B-Lizenz im vergangen Jahr die Möglichkeit gehabt, mich persönlich weiterzuentwickeln und neuen Input zu sammeln.

Das „Amt“ des Trainers heißt am Ende aber auch Verantwortung. Entsprechend sehe ich die Investition und Arbeit als selbstverständlich an, weiß aber auch dass alles seine Halbwertszeit hat.

 

Vielen Dank für das Gespräch!