Keine Einigung: Verband bricht Kreispokal ab

Keine Einigung: Verband bricht Kreispokal ab

Option, die Finalisten zu benennen und die Prämie zu teilen, findet keine einstimmige Resonanz –

Keine Meldungen für Rheinlandpokal

Kreisgebiet. Der Fußball-Kreispokal-Wettbewerb der Saison 2020/2021 wird nicht mehr zu Ende gespielt. Das hat der Fußballkreisvorstand jetzt entschieden. Nach der Corona-bedingten Unterbrechung war der Wettbewerb zuletzt im Rahmen der Vorbereitung auf die neue Saison mit dem Viertelfinale wieder fortgesetzt worden. Halbfinale und Endspiel kommen nun aber nicht mehr zustande.

Angesichts der Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler war das fürs vergangene Wochenende angesetzte Halbfinale erst einmal verschoben worden. Angesetzt waren die Partien DJK Plaidt – SG Westum und SG Heimersheim – SG Inter Sinzig bei den A-/B-Ligisten sowie SG Dernau II – Grafschafter SG II und SG Walporzheim II – DJK Plaidt II. Die Suche nach einem geeigneten Nachholtermin hat sich als schwer bis unmöglich erwiesen, da Dernau, Walporzheim, Sinzig und Heimersheim alle zumeist schwer von der Flut betroffen sind.

Weshalb sich der Kreisvorsitzende Dieter Sesterheim mit seinen Kollegen dafür ausgesprochen hatte, ein Finale mit den nicht betroffenen Teams Plaidt und Westum (A-/B-Klassen) sowie Grafschaft II und Plaidt II (C-/D-Ligisten) auszurichten. Was den Vorteil gehabt hätte, dass der Kreispokalsponsor die Prämien ausgezahlt und der Verband 1250 Euro oben draufgepackt hätte, womit 4000 Euro zusammengekommen wären. Davon, so der Vorschlag des Kreisverbandes, wären 500 Euro an jeden Halbfinalisten geflossen.

„Das ist zwar keine Ideallösung, aber immer noch die beste Variante, weil man so hätte Hilfe leisten können“, erklärt Sesterheim. Der Hintergedanke war gewesen, das Geld für die Flutopfer zu spenden. Dazu kam es jetzt nicht. Die Rückmeldungen der Vereine seien positiv gewesen. „Bis auf eine“, sagt Sesterheim. Und das sei die der SG Inter Sinzig gewesen.

Die fühlt sich nun aber falsch dargestellt. „Uns wurden zwei Optionen geboten, wir haben uns für den Abbruch entschieden“, erklärt Niklas Mohr, designierter Geschäftsführer bei Inter Sinzig. Das sei zum einen aus sportlichen Gründen gewesen. „Vor allem aber aus unserem Verständnis von Solidarität“, betont Mohr: „Für uns wäre es ein befremdliches Bild gewesen sich vorzustellen, dass zwei Wochen nach der Flutkatastrophe eine Mannschaft mit ihren Anhängern den Pokalsieg bejubelt, während ein paar Kilometer weiter noch das Chaos herrscht.“ Und von einer Spende der Prämie sei anfangs auch keine Rede gewesen. Die 500 Euro will Inter Sinzig nun aus eigener Tasche spenden.

„Die anderen Mannschaften haben es aber offenbar alle gleich richtig verstanden. Aber wir haben in Moment wichtigere Dinge, als darüber zu diskutieren“, so Sesterheim. Eine weitere Konsequenz aus dem Abbruch ist die Tatsache, dass der Kreisverband kein Team für den Rheinlandpokal gemeldet hat. Sechs Plätze stünden zur Verfügung, acht Mannschaften waren noch dabei. Wie also entscheiden? Um weitere Unstimmigkeiten zu vermeiden, hat der Kreisverband auf die Meldung verzichtet.

Rhein-Zeitung vom 23.07.2021 – Marcus Pauly